178 Millionen Euro für die Zukunft der Krankenhausversorgung
Minden-Lübbecke | Düsseldorf -

Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann hat den Mühlenkreiskliniken den Förderbescheid des Landes Nordrhein-Westfalen über 178 Millionen Euro übergeben. Die Mittel sind für den Neubau des Klinikums Lübbecker Land in Espelkamp und den Anbau an die Auguste-Viktoria-Klinik in Bad Oeynhausen bestimmt. Mit der Förderung unterstützt das Land die Neuordnung der Krankenhausversorgung im Kreis Minden-Lübbecke und die Umsetzung des nordrhein-westfälischen Krankenhausplans.
Für Landrat und Verwaltungsratsvorsitzenden Ali Doğan hat die Übergabe eine Bedeutung, die weit über die Fördersumme hinausgeht. „Heute ist ein guter Tag für die Menschen im Mühlenkreis. Hinter uns liegen Jahre intensiver Beratungen, Gutachten, neuer Prüfungen und auch harter Auseinandersetzungen. Das Land Nordrhein-Westfalen gibt uns mit 178 Millionen Euro nicht nur eine außergewöhnlich große finanzielle Unterstützung. Es bestätigt damit auch, dass der Weg, den wir für die künftige Krankenhausversorgung eingeschlagen haben, zur Krankenhausplanung des Landes passt.“
Der Förderbescheid schafft nach Jahren der Planung und Diskussion eine wesentliche Grundlage für die Umsetzung der beiden Bauvorhaben. Im Lübbecker Land soll in Espelkamp ein neues Klinikum entstehen, in dem die stationären Angebote der bisherigen Standorte Lübbecke und Rahden zusammengeführt werden. In Bad Oeynhausen sollen das Krankenhaus Bad Oeynhausen und die Auguste-Viktoria-Klinik am Standort der AVK zusammengeführt werden.
Die Entscheidung über die künftige Krankenhausstruktur hat den Kreis über Jahre beschäftigt und wurde insbesondere in den vergangenen Monaten intensiv öffentlich diskutiert. Nach Ansicht von Doğan sollte die Fördermittelübergabe deshalb auch Anlass sein, den Blick wieder stärker auf das gemeinsame Ziel zu richten.
„Wir haben miteinander gerungen, weil es um viel geht: um Gesundheitsversorgung, um Standorte, um Arbeitsplätze und um die Frage, wie wir öffentliche Daseinsvorsorge für die kommenden Jahrzehnte sichern. Unterschiedliche Auffassungen gehören zu einer solchen Entscheidung. Aber irgendwann muss aus der Debatte wieder gemeinsames Handeln werden“, sagt Doğan. „Ich wünsche mir sehr, dass dieser Tag dazu beiträgt. Die Entscheidung ist getroffen, das Land steht hinter dem Vorhaben und stellt dafür 178 Millionen Euro bereit. Jetzt sollten wir gemeinsam dafür sorgen, dass daraus zwei gute Krankenhäuser für die Menschen in unserer Region werden.“
Auch der stellvertretende Verwaltungsratsvorsitzende und Aufsichtsratsvorsitzender der Auguste Viktoria Klinik, Michael Grosskurth, sieht in der Fördermittelübergabe einen besonderen Moment. „Über Jahre haben sich sehr viele Menschen mit diesen Projekten beschäftigt und Verantwortung übernommen. Es wurde gerechnet, geplant, geprüft, verworfen und neu geplant. Dass heute der Förderbescheid über 178 Millionen Euro vor uns liegt, ist deshalb alles andere als selbstverständlich. Er gibt uns die Möglichkeit, aus den vielen Plänen nun gebaute Realität werden zu lassen.“
Die stellvertretende Vorstandsvorsitzende der Mühlenkreiskliniken Andrea Aulkemeyer richtet den Blick insbesondere auf die medizinische Versorgung und die Beschäftigten. „Für unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter waren die vergangenen Jahre mit vielen Veränderungen und Unsicherheiten verbunden. Mit dem Förderbescheid wird die Perspektive für unsere künftigen Strukturen sehr viel konkreter. Wir können moderne Krankenhäuser schaffen, in denen Medizin, Pflege und Therapie unter Bedingungen arbeiten können, die den Anforderungen der kommenden Jahrzehnte entsprechen. Davon profitieren vor allem unsere Patientinnen und Patienten.“
Mit den geplanten Investitionen reagieren die Mühlenkreiskliniken zugleich auf die neue Krankenhausplanung des Landes Nordrhein-Westfalen. Medizinische Leistungen werden stärker gebündelt, Doppelstrukturen reduziert und die Standorte entsprechend ihrer künftigen Versorgungsaufgaben weiterentwickelt.
Für Aulkemeyer beginnt mit der Fördermittelübergabe deshalb eine neue Phase: „Über die Frage, ob diese Projekte kommen sollen, ist lange und intensiv gesprochen worden. Jetzt geht es darum, sie gut umzusetzen. Wir wissen, dass nicht jeder Schritt der vergangenen Jahre überall Zustimmung gefunden hat. Umso wichtiger ist es, dass wir auch in der kommenden Phase transparent bleiben, zuhören und erklären. Wir bauen diese Krankenhäuser schließlich nicht für Institutionen oder Gremien, sondern für die Menschen im Mühlenkreis.“
Landrat Doğan dankte dem Land Nordrhein-Westfalen und Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann für die Unterstützung sowie allen Beteiligten, die die Planungen in den vergangenen Jahren begleitet haben. Sein Wunsch für die kommenden Jahre sei, dass mit dem Förderbescheid auch ein neues Kapitel in der öffentlichen Diskussion beginne.
„178 Millionen Euro sind ein starkes Bekenntnis des Landes zu unserem Mühlenkreis und zu einer leistungsfähigen Krankenhausversorgung in kommunaler Trägerschaft. Das ist eine der höchsten Förderungen, die jemals an ein Krankenhaus in NRW vergeben wurde“, so Doğan. „Dieses Vertrauen verpflichtet uns. Und es bietet uns zugleich die Chance, nach einer langen und manchmal schwierigen Debatte wieder stärker das in den Mittelpunkt zu stellen, was uns verbindet: Wir wollen eine verlässliche medizinische Versorgung für die Menschen in unserem Kreis – heute und für die nächsten Generationen.“
Quelle und Foto: Mühlenkreiskliniken AöR
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