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Erfolgreiche Inklusion auf dem Arbeitsmarkt

Minden-Lübbecke -

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Es war die erste Kooperation dieser Art zwischen dem ZAM e. V. des Kreises Minden-Lübbecke und der Jugendhilfeeinrichtung „Mindener Jugendreha“ der Stiftung Club 74. Gemeinsam mit dem Kaisersaal Minden als Ausbildungsbetrieb verfolgten alle Beteiligten ein gemeinsames Ziel: Einer jungen Frau mit komplexem Unterstützungsbedarf den Weg in den allgemeinen Arbeitsmarkt zu ermöglichen. Heute steht fest: Dieses Modell ist gelungen und zeigt eindrucksvoll, wie Jugendhilfe und Ausbildungsträger gemeinsam Perspektiven schaffen können.

Als Nicole am 1. Dezember 2022 ihre Ausbildung zur Restaurantfachfrau beim ZAM e. V. begann, ahnte niemand, wie herausfordernd die kommenden Jahre werden würden. Im Restaurant „Kaisersaal“ in Minden absolvierte sie ihre praktische Ausbildung. Begleitet wurde sie während der gesamten Ausbildungszeit von Ausbildungsleiter Til Schuster, der Stv. Geschäftsführerin Iris Latza vom ZAM e. V. sowie der Einrichtungsleitung Saskia Wojahn von der Mindener Jugendreha der Stiftung Club 74.

Nicole lebt mit einer fetalen Alkoholspektrumstörung, einer Borderline-Persönlichkeitsstörung und ist transgeschlechtlich. Schnell wurde deutlich, dass der Weg kein leichter werden würde. Die Auswirkungen ihrer Erkrankungen führten immer wieder zu Krisen und belastenden Situationen. Mehrfach stand die Ausbildung vor einem Abbruch. Es gab Momente, in denen der einfachere Weg gewesen wäre, aufzugeben. Doch genau das kam für die Beteiligten nie infrage.

Ein wesentlicher Bestandteil der Zusammenarbeit waren die regelmäßigen Reflexionsgespräche zwischen Nicole, Til Schuster, Iris Latza und Saskia Wojahn. Hier wurden Herausforderungen offen angesprochen, Krisen gemeinsam aufgearbeitet und Lösungen entwickelt. Gerade diese enge Abstimmung machte es möglich, schwierige Phasen zu überstehen und Nicole immer wieder zu stabilisieren. Für Nicole war die Mindener Jugendreha in dieser Zeit stets ein sicherer Ort, wo sie Stabilität, Orientierung und ein Team vorfand, das auch nach Rückschlägen nie den Glauben an sie verlor. 

Der ZAM e. V. unterstützte Nicole während der gesamten Zeit insbesondere bei administrativen Aufgaben und allen Fragen rund um die Ausbildung. Er schafft seit 2003 Perspektiven für junge Menschen, die es aus eigener Kraft nicht geschafft haben, einen Ausbildungsplatz zu finden. Zentrales Ziel ist die Förderung der Ausbildung als wesentliches Element der Zukunftssicherung (Fachkräftesicherung) des Standortes Minden-Lübbecke.

Im Laufe der dreieinhalb Jahre entwickelte sich Nicole auf beeindruckende Weise. Aus einer jungen Frau, die zu Beginn viel Unterstützung benötigte, wurde Schritt für Schritt eine engagierte und zuverlässige Restaurantfachfrau im Kaisersaal. Die Gastronomie entwickelte sich zu ihrer Leidenschaft. Sie arbeitete lange Schichten, übernahm Wochenenddienste und zeigte einen außergewöhnlichen Arbeitseifer. Aus Sorge um ihre Gesundheit musste sie sogar zeitweise daran erinnert werden, ausreichend auf Erholung zu achten.

Während ihrer gesamten Ausbildung ging Nicole offen mit ihren Erkrankungen um und trug damit maßgeblich dazu bei, Vorurteile abzubauen und Verständnis für psychische Erkrankungen im Berufsalltag zu schaffen. Ihr Ausbildungsabschluss am 10. Juni 2026 ist auch deshalb außergewöhnlich, weil Menschen mit einer fetalen Alkoholspektrumstörung nur selten dauerhaft den Weg in den ersten Arbeitsmarkt finden. Nicoles erfolgreicher Abschluss ist weit mehr als ein persönlicher Meilenstein. Er ist der Beweis dafür, dass Entwicklung möglich ist, wenn Menschen auch in schwierigen Zeiten Unterstützung erfahren und nicht aufgegeben werden. Die erste Kooperation zwischen der Mindener Jugendreha der Stiftung Club 74, dem ZAM e. V. und dem Kaisersaal Minden ist damit zu einem gelungenen Beispiel geworden, wie Inklusion auf dem Arbeitsmarkt gelingen kann – mit Geduld, Vertrauen und dem festen Glauben an die Fähigkeiten eines jungen Menschen.

Quelle und Foto: Kreis Minden-Lübbecke

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