Lungenkrebszentrum Minden von der DKG zertifiziert
Minden -

Spitzenmedizin in der Lungenkrebstherapie: Das Lungenkrebszentrum Minden am Universitätsklinikum Minden wurde von der Deutschen Krebsgesellschaft (DKG) zertifiziert. Damit wird dem Zentrum eine hohe Behandlungsqualität bescheinigt. Foto: Sven Olaf Stange/MKK
Höchste Qualität in der Behandlung von Krebserkrankungen: Mit der Zertifizierung des Lungenkrebszentrums Minden durch die Deutsche Krebsgesellschaft (DKG) baut das Universitätsklinikum Minden seinen onkologischen Schwerpunkt weiter aus. Das Lungenkrebszentrum Minden ist bereits das zehnte zertifizierte Organkrebszentrum – damit hat das Universitätsklinikum Minden die meisten zertifizierten Krebszentren in OWL.
„Wir sind sehr stolz auf diese Zertifizierung. Sie bestätigt nicht nur die fachliche Kompetenz unseres Teams, sondern vor allem die Qualität der Versorgung. Gerade bei komplexen Erkrankungen wie dem Lungenkarzinom ist eine strukturierte, interdisziplinäre Versorgung entscheidend für den Behandlungserfolg“, betont Dr. Ryszard Turkiewicz, Leiter des Lungenkrebszentrums Minden.
Die Zertifizierung bestätigt, dass im Lungenkrebszentrum Minden alle diagnostischen und therapeutischen Schritte eng verzahnt sind und nach aktuellen medizinischen Leitlinien erfolgen.
Für Patientinnen und Patienten bedeutet dies Zugang zu einer umfassenden Versorgung – von Früherkennung über moderne Therapieverfahren bis hin zur Nachsorge. Auf konstant hohem Niveau und nach streng geprüften Qualitätsstandards.
Krebserkrankungen nehmen weltweit zu – auch in Deutschland. Ursachen sind unter anderem die steigende Lebenserwartung, verbesserte Diagnostik sowie anhaltende Risikofaktoren. Lungenkrebs zählt zu den häufigsten Krebserkrankungen in Deutschland: Jährlich erkranken rund 57.000 bis 58.000 Menschen neu an einem Lungenkarzinom. Trotz großer Fortschritte in der Medizin gehört die Erkrankung weiterhin zu den häufigsten krebsbedingten Todesursachen. Hauptrisikofaktor ist das Rauchen, aber auch Umweltbelastungen, berufliche Expositionen und genetische Faktoren spielen eine Rolle.
Ein besonderer Fokus des Lungenkrebszentrums liegt künftig auf der weiteren Stärkung der Früherkennung. „Da die Erkrankung häufig erst in einem fortgeschrittenen Stadium erkannt wird, kommt der Früherkennung – insbesondere im Rahmen strukturierter Lungenkrebsscreenings für Risikogruppen – eine zentrale Bedeutung zu“, sagt Dr. Dirk-Ulrich Exler, Koordinator des Lungenkrebszentrums Minden.
Die Behandlungsmöglichkeiten haben sich in den vergangenen Jahren deutlich weiterentwickelt. Neben operativen Verfahren kommen heute individuell abgestimmte Kombinationen aus Strahlen- und Chemotherapie sowie moderne Immuntherapien und zielgerichtete Therapien zum Einsatz. Voraussetzung für den optimalen Einsatz dieser Verfahren ist eine enge Abstimmung aller beteiligten Fachdisziplinen.
Genau hier setzen zertifizierte Krebszentren an: Sie gewährleisten eine Behandlung nach einheitlich hohen Qualitätsstandards, regelmäßige Überprüfungen und eine transparente Dokumentation der Behandlungsergebnisse. Studien zeigen, dass Patientinnen und Patienten in zertifizierten Zentren von einer besseren Versorgungsqualität profitieren können.
Ein Kernelement des Lungenkrebszentrums Minden ist die wöchentlich stattfindende interdisziplinäre Tumorkonferenz. Basierend auf den aktuellen Leitlinien werden hierbei verschiedene Konzepte zur Behandlung von Patienten*innen mit Lungenkrebs im direkten Austausch mit den teilnehmenden Fachabteilungen der Pneumologie, Allgemeinchirurgie, der Onkologie, der Strahlentherapie, der Radiologie, der Pathologie und gegebenenfalls weiteren Fachabteilungen abgestimmt. Die Möglichkeit einer Teilnahme an einer klinischen Studie wird ebenfalls geprüft. Aus der Diskussion resultiert eine evidenzbasierte und auf den individuellen Patientenfall angepasste Empfehlung.
„Die Zertifizierung bringt für unsere Patientinnen und Patienten einen konkreten Mehrwert. Sie können sich darauf verlassen, dass ihre Behandlung nach höchsten Qualitätsstandards erfolgt und alle notwendigen Fachdisziplinen eng zusammenarbeiten. Das schafft Vertrauen in einer oft sehr belastenden Situation“, sagt Dr. Ryszard Turkiewicz.
Die Thoraxchirurgie ist dabei ein zentraler Bestandteil eines modernen Lungenkrebszentrums. Insbesondere in frühen Stadien stellt die operative Entfernung von Tumoren die wichtigste und häufig einzige kurative Therapieoption dar und ist ein wichtiger Baustein in multimodalen Behandlungskonzepten. Modernste Verfahren wie robotisch-assistierte Eingriffe mit dem DaVinci-System ermöglichen dabei besonders präzise und schonende Operationen.
Nicht an allen Standorten wird thoraxchirurgische Expertise vorgehalten. Die Thoraxchirurgie am Universitätsklinikum Minden unter der Leitung von Sektionsleiter Dr. (syr.) Ahmad Baderkhan gehört zu den ausgewählten spezialisierten Abteilungen, denen im Zuge der Krankenhausplanung und Zentralisierung des Landes Nordrhein-Westfalen die Versorgung komplexer thoraxchirurgischer Eingriffe zugewiesen wurde.
Darüber hinaus beteiligt sich das Lungenkrebszentrum an klinischen Studien. „Wir nehmen an mehreren Studien zur Erforschung neuer Krebstherapien teil. Hierdurch können wir dem Patienten oft die modernsten Medikamente bereits vor der Markteinführung anbieten“, erklärt der Leiter des Lungenkrebszentrums Minden.
„Mit dem zehnten zertifizierten Krebszentrum setzen wir ein starkes Zeichen für die onkologische Kompetenz unseres Hauses. Für die Menschen in der Region bedeutet das vor allem eines: Sie erhalten eine wohnortnahe Versorgung aus höchstem medizinischem Niveau. Mit klaren Strukturen, kurzen Wegen und einem interdisziplinären Team, das eng zusammenarbeitet“, erläutert Professor Dr. Berthold Gerdes, stellvertretender Leiter des Cancer Centers Minden.
Das Cancer Center Minden (CCM) am Universitätsklinikum Minden wurde 2024 von der DKG als Onkologisches Zentrum zertifiziert und besteht aus zehn zertifizierten Organkrebszentren. „Wir wollen das CCM weiter ausbauen und streben aktuell Zertifizierungen für ein Prostatazentrum, Nierenzentrum und Blasenzentrum an. Damit stärken und bauen wir unseren Behandlungsschwerpunkt von onkologischen Erkrankungen weiter aus“, so Professor Dr. Berthold Gerdes.
Quelle: Mühlenkreiskliniken AöR
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