Meilenstein für das Modellprojekt Bastauniederung
Minden-Lübbecke -

Meilenstein für das Modellprojekt Bastauniederung (v. l. n. r.): Bürgermeister Peter Kock (Stadt Minden), Dieter Rosenbohm (1. Vorsitzender Biologische Station), Martina Vortherms (Leiterin Umweltamt Kreis Minden-Lübbecke), Peter Wansing (Verbandsvorsteher Wasserverband Weserniederung), Dr. Ute Röder (Vorstandsmitglied NRW-Stiftung), Bürgermeister Andreas Waßmann (Gemeinde Hille), NRW-Umweltminister Oliver Krischer, Frederik Köhler (Bezirksregierung Detmold), Landrat Ali Doğan (Kreis Minden-Lübbecke), Joachim Schmedt (Kreisvorsitzender WLV), Hubertus Beringmeier (Präsident WLV) und Karl Werring (Präsident Landwirtschaftskammer NRW). Foto: Sabine Ohnesorge/Kreis Minden-Lübbecke
Jahrzehntelang ging es für Moore nur in eine Richtung: Urbarmachung, Trockenlegung. Torfstechen, Ackerland schaffen, so wurden Moore genutzt. Inzwischen wird immer deutlicher, welchen Wert Moore für den Umwelt-, Natur- und Klimaschutz haben. Wie also lässt sich eine solche Landschaft zukunftsweisend entwickeln? Mit einer Kooperationsvereinbarung haben jetzt NRW-Umweltminister Oliver Krischer, das Ministerium für Landwirtschaft und Verbraucherschutz, die NRW-Stiftung, die Landwirtschaftskammer NRW, der Westfälisch-Lippische Landwirtschaftsverband, die Bezirksregierung Detmold, der Wasserverband Weserniederung, die Biologische Station Minden-Lübbecke, die Städte Minden und Lübbecke, die Gemeinde Hille und der Kreis Minden-Lübbecke vereinbart, für die Wiedervernässung der Bastauwiesen zusammenzuarbeiten.
Den Flächen der Bastauwiesen kommt eine ganz besondere Bedeutung zu: Eine so große, zusammenhängende Niederung auf Niedermoor ist in Nordrhein-Westfalen einzigartig und bietet die Chance, gemeinsam mit allen Akteurinnen und Akteuren eine großräumige Wiedervernässung zu realisieren. Eine Wiedervernässung führt zum einen zum Erhalt des noch bestehenden Torfkörpers, was einen sehr wichtigen Beitrag zum Klimaschutz, zu Wasserrückhaltung und Grundwasserneubildung sowie zu einer nachhaltigen Landbewirtschaftung leistet. Zum anderen erzeugt sie vielfältige Synergien zum Biotop-, Biodiversitäts- und Artenschutz, zur Klimaanpassung, schafft neue Perspektiven für die Naherholung sowie für den regionalen Tourismus und ermöglicht es, an der Entwicklung neuer Produkte und dem Aufbau von Wertschöpfungsketten aus nasser Bewirtschaftung zu partizipieren.
Vorangegangen war ein Moderationsprozess mit Vertreterinnen und Vertretern der relevanten gesellschaftlichen Gruppen, besonders des Naturschutzes und der Landwirtschaft. Augenhöhe, ein fairer Umgang mit allen Beteiligten, Offenheit und Transparenz waren seinerzeit die Grundlage, auf der die Beteiligten auch anfangs gegensätzliche Interessen miteinander ausgehandelt haben. Sie haben ein Leitbild erarbeitet, das den breiten regionalen Konsens für eine klimaangepasste und wirtschaftlich tragfähige Entwicklung darstellt. Diese jetzt unterschriebene Vereinbarung zeigt den Willen aller Unterzeichnenden, die komplexen Herausforderungen einer großräumigen Wiedervernässsung anzugehen, langfristig zu verfolgen und umzusetzen und damit ein herausragendes Beispiel für den Moorerhalt in Nordrhein-Westfalen zu schaffen.
Quelle: Kreis Minden-Lübbecke
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