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Neuer Verkehrsversuch: 'Sichere Verkehrswege schaffen'

Minden -

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In der Mindener Innenstadt ist am 4. August ein neuer Verkehrsversuch gestartet. Am Dienstagmorgen wurden auf der Straße Marienglacis Markierungen, „Leitboys“ und sogenannte Schranken aufgebracht. Durch den Regen in der Nacht zuvor dauerte die Einrichtung länger als geplant. Denn zunächst mussten die Flächen, auf denen die gelbe Markierung mit einem Spezialkleber aufgebracht wurde, getrocknet werden. Am Ende wurden noch provisorische Schilder aufgestellt.

Mit zwei aufeinander aufbauenden Verkehrsversuchen will die Stadt herausfinden, wie sich der Verkehr rund um das Herder-Gymnasium sicherer gestalten lässt. Im Fokus stehen die Friedrichstraße, die Pöttcherstraße und der Königswall. Das Projekt wurde am 6. Mai 2026 im Ausschuss für Klimaschutz, Umwelt und Verkehr vorgestellt und beschlossen. Der Bereich Verkehr der Stadt hat auch den dritten Verkehrsversuch in Minden geplant und nun im ersten Teil umgesetzt. Der zweite Teil soll im Sommer 2027 realisiert werden.

Nach verkehrsberuhigenden Maßnahmen auf der Hufschmiede im Jahr 2024 und einer Einengung der Rodenbecker Straße im Bereich des Glacis 2025 wird mit dem neuen Verkehrsversuch zunächst die Radwegeführung in der Straße Marienglacis geändert. Radfahrende sollen ab sofort die Fahrbahn nutzen, weil auf dem bisher für sie bestimmten Streifen nun Autos parken können. In diesem Teilstück, welches die Pöttcherstraße mit der Friedrichstraße verbindet, ist damit interimsmäßig neuer Parkraum an den nahe gelegenen Schulen entstanden. Auch Fußgänger*innen profitieren: Sie haben nun deutlich mehr Platz.

„Im Vordergrund dieses Versuchs steht, wie sich der Verkehr in diesem Bereich gestalten lässt“, fasst der Leiter des Bereiches Verkehr, Gunnar Kelb, zusammen. Im Fokus stünden die Friedrichstraße, die Straße Marienglacis, die Pöttcherstraße und der Königswall. Ziel sei es außerdem, den Schülerverkehr besser zu lenken, den Rad- und Fußverkehr zu stärken und gleichzeitig zu testen, wie sich die Maßnahmen auf den gesamten Verkehrsfluss auswirken, so Kelb weiter.

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Der zweiteilige Verkehrsversuch ist jetzt mit der Veränderung der Radwegeführung in Höhe des Botanischen Gartens gestartet. Neben zusätzlichem Parkraum sind auch zwei Hol- und Bringzonen für Eltern im Umfeld des Herder-Gymnasiums und der Kurt-Tucholsky-Gesamtschule geschaffen worden. „Die Autos sollen während des Versuchs komplett auf dem hier recht niedrigen Hochbord parken und nicht halb auf der Straße stehen“, erläutert Verkehrsplaner Volker Kroppenstedt am Dienstagmorgen vor Ort.

Die am Rand der Fahrbahn ca. 80 Zentimeter breite, markierte Zone auf der Straße ist die sogenannte „Dooring-Zone“. Die Türöffnungszone stellt einen Raum zwischen fahrenden und parkenden Kraftfahrzeugen dar. „Der abmarkierte Bereich darf von motorisierten Verkehrsteilnehmern nicht befahren werden und minimiert dadurch die Konflikte bei unachtsamen Türöffnungen“, erläutert Kroppenstedt. Das erhöht auch die Sicherheit für vorbeifahrende Radfahrer*innen.

Dieser erste Teil des Versuchs soll bis Mitte des kommenden Jahres andauern. „In diesem Zeitraum soll beobachtet werden, ob sich die theoretischen Planungen auch praktisch in der Örtlichkeit umsetzen lassen“, so Bereichsleiter Gunnar Kelb. Die Verkehrsflächen werden auf einer Länge von rund 150 Metern auf der Straße Marienglacis umverteilt. Der Fußweg ist nun 2,50 Meter breit.

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Die Umsetzung des Versuchs ist – wie bereits in der Rodenbecker Straße - einfach gehalten: mit gelben Markierungen und provisorischer Beschilderung. „So können wir flexibel auf unsere Erfahrungen reagieren“, ist Verkehrsplaner Kroppenstedt überzeugt.

Mit dem Verkehrsversuch will die Stadt Minden durch die zielgerichtete Angebotsschaffung von sicheren Verkehrswegen für den Rad- und Fußverkehr das Mobilitätsverhalten der Verkehrsteilnehmer*innen positiv beeinflussen und umweltverträglich abwickeln. Es wird damit auch erprobt, ob der nichtmotorisierte Verkehr durch die beschriebenen Maßnahmen weiter gestärkt werden kann. Die Kosten für diese Maßnahme belaufen sich laut aktueller Schätzung auf rund 10.000 Euro.

Weitreichender ist der zweite Teil des Verkehrsversuchs, der mit Beginn der Sommerferien 2027 umgesetzt werden soll. Kernstück ist dann die Sperrung der Friedrichstraße westlich der Brüningstraße für den motorisierten Verkehr. Die Stadt Minden wird zu gegebener Zeit über diesen zweiten Teil informieren.

Quelle und Fotos: Stadt Minden

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