Senoner-Ausstellung im Mindener Dom endete mit großer Resonanz
Minden -

Die Skulpturen Eva und Adam des Südtiroler Bildhauers Wilhelm Senoner, der auch die Rekonstruktion der Goldenen Tafel schuf. Foto: DVM
Mit einer überaus positiven Bilanz endete die Ausstellung „Wilhelm Senoner – Skulptur · Raum · Spiritualität“ im Mindener Dom. Mehr als 5000 Besucherinnen und Besucher außerhalb der Gottesdienstzeiten haben die Schau mit Werken des Südtiroler Bildhauers seit ihrer Eröffnung Anfang September gesehen. Damit hat die vom überkonfessionellen Förderverein Dombau-Verein Minden (DVM) veranstaltete Ausstellung eine Resonanz erfahren, die die Erwartungen der Organisatoren deutlich übertroffen hat.
Für den Vorsitzenden des Dombau-Vereins Minden, Hans-Jürgen Amtage, war die Ausstellung zugleich die Verwirklichung eines lange gehegten Wunsches von Künstler und Förderverein. Gemeinsam mit Wilhelm Senoner und seiner Frau Claudia hatte Amtage die Schau konzipiert und organisiert. Die Idee dazu reicht mehr als zwei Jahrzehnte zurück, als der inzwischen verstorbene damalige DVM-Vorsitzende Arnold Weigelt die ersten Kontakte knüpfte.
Die Verbindung Senoners mit Minden reicht bis dahin zurück. Der Südtiroler Künstler und ausgewiesene Kenner der gotischen Bildhauerkunst schuf 2002 die Rekonstruktion der Goldenen Tafel für den Mindener Dom. Sie gehört heute zu den prägenden Kunstwerken des Gotteshauses. Mit der Ausstellung kehrte Senoner gewissermaßen an einen Ort zurück, mit dem ein bedeutendes Kapitel seines künstlerischen Wirkens verbunden ist.
Unter dem Titel „Skulptur · Raum · Spiritualität“ traten Senoners zeitgenössische Arbeiten in den vergangenen vier Wochen in einen besonderen Dialog mit der Architektur und den Kunstschätzen des mehr als 1000 Jahre alten Domes. Gerade das Zusammenspiel von Holz, menschlicher Figur, Raum und Spiritualität faszinierte viele Besucher. Die Goldene Tafel bildete dabei eine Brücke zwischen Senoners intensiver Beschäftigung mit mittelalterlicher Kunst und seinem eigenständigen zeitgenössischen Schaffen.
„Der Dom war nicht einfach Ausstellungsraum, sondern selbst Teil der Ausstellung“, zieht Amtage Bilanz. „Die Skulpturen haben neue Blickachsen geschaffen und zugleich dazu eingeladen, auch den Dom und die Goldene Tafel mit anderen Augen zu betrachten. Genau diesen Dialog zwischen alter und neuer Kunst wollten wir gemeinsam mit Propst Roland Falkenhahn und der Domgemeinde erreichen.“
Besonders erfreulich sei die große Zahl der Menschen gewesen, die den Dom in den vergangenen Wochen ganz bewusst wegen der Ausstellung besucht hätten. Hinzu kamen zahlreiche positive Rückmeldungen sowie großes Interesse an der angebotenen Führung.
Für den Dombau-Verein Minden bestätigt die Resonanz zugleich den Anspruch, den Mindener Dom neben seiner zentralen Bedeutung als Gotteshaus immer wieder auch als Ort der Begegnung mit Kunst und Kultur erfahrbar zu machen.
Hans-Jürgen Amtage: „Mehr als 5000 Besucher außerhalb der Gottesdienstzeiten sind für uns ein großartiges Ergebnis. Noch wichtiger sind aber die vielen Gespräche und Reaktionen. Menschen haben sich Zeit genommen, sind vor den Skulpturen stehen geblieben, haben diskutiert und manches Werk ganz unterschiedlich für sich entdeckt. Genau das kann Kunst bewirken.“


