'Süß statt bitter' – Minden ist bei Fairtrade-Aktion mit dabei
Minden -

Gemeinsam mit dem Welthaus macht die Stadt Minden in diesem Jahr bei „Süß statt bitter“ mit. Das ist eine Fairtrade-Aktion, bei der es um Bio-Orangen aus Italien geht. Der Verein SOS Rosarno in Kalabrien kauft die Orangen direkt von den Bäuerinnen und Bauern, sodass diese zu einem fairen Preis entlohnt werden. „Das Welthaus ist einer unserer Fairtrade-Projektpartner und bestellt jedes Jahr zu dieser Zeit die fairen Bio-Orangen aus Rosarno und unterstützt damit das Hilfsprojekt“, weiß Ivona Čalić, Stadtentwicklerin in Minden.
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Die Bio-Orangen wurden jetzt an Kundinnen und Kunden der Mindener Tafel ausgegeben. „Wir als Fairtrade-Town unterstützen die Aktion. Verpackt ist das Obst in unseren fair hergestellten Obst- und Gemüsebeuteln, die die Mindener*innen viele Jahre wiederverwenden können“, so Bürgermeister Michael Jäcke. Gemeinsam mit der stellvertretenden Bürgermeisterin Kathrin Kosiek war er bei der Mindener Tafel am Hohenzollernring und hat die Bio-Orangen ausgegeben. „Die Tafel ist auf Lebensmittelspenden angewiesen, die momentan leider knapp bemessen sind. Die Orangen helfen den Menschen in Italien und den Menschen bei uns in Minden“, unterstreicht Kosiek. An 600 Haushalte wurden insgesamt 800 Kilogramm Orangen ausgegeben.

Hintergrund der Orangen-Aktion
Rosarno, die Kleinstadt in Kalabrien, in der Nähe der Stiefelspitze Italiens, ist ein Paradies auf Erden. Doch nicht für die Bäuerinnen und Bauern und Erntehelfer*innen, die diese und andere Früchte anbauen. Von November bis April helfen ca. 2.500 Wanderarbeiter*innen, meist afrikanische Geflüchtete, bei der Orangenernte. Sie arbeiten als Tagelöhner auf den umliegenden Plantagen für ca. 25 Euro am Tag. Kein Lohn, von dem man anständig leben, geschweige denn eine Miete bezahlen könnte. Die Erntehelfer*innen hausen bei Kälte in Zelten und unter erbärmlichen Bedingungen.
Ohne die Migranten würde die ohnehin schwache kalabrische Wirtschaft zusammenbrechen. Die Abnehmer der Früchte sind multinationale Konzerne und Handelsketten. Sie diktieren den Bauern die Preise, die nicht einmal die Produktionskosten decken. So bezahlen große Handelsketten nur 12 Cent/kg Orangen. Die Produktionskosten liegen bei mindestens 20 Cent/kg. Deshalb haben die Bauern nur zwei Möglichkeiten: entweder die Früchte auf den Plantagen verfaulen zu lassen oder die Tagelöhner auszubeuten. Überall in Südeuropa schuften Migranten für Hungerlöhne auf Obst- und Gemüseplantagen. Die moderne Sklaverei ist eine Folge des globalen Wettbewerbs.

Weitere Infos gibt es online unter www.eine-welt-gruppen.de/orangen-aktion.
Fairtrade-Town Minden
Seit 2015 Jahren darf sich Minden offiziell als Fairtrade-Town bezeichnen. 2017 und 2019 wurde der Titel erneuert. Und auch in 2021 erfüllt die Stadt Minden die Kriterien für eine Stadt des fairen Handels. Minden wurde bereits zum dritten Mal vom gemeinnützigen Verein TransFair e.V. für das Engagement zum fairen Handel ausgezeichnet. Dafür müssen nachweislich fünf Kriterien erfüllt sein. Im Rathaus wird fair gehandelter Kaffee ausgeschenkt, außerdem wird die Unterstützung des fairen Handels in einem Ratsbeschluss festgehalten, eine Steuerungsgruppe koordiniert alle Aktivitäten, in Geschäften und gastronomischen Betrieben werden Produkte aus fairem Handel angeboten, die Zivilgesellschaft leistet Bildungsarbeit und die lokalen Medien berichten über die Aktivitäten vor Ort. Weitere Infos unter: www.minden.de/nachhaltigkeit.
Quelle und Fotos: Stadt Minden
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