Unternehmerfrühstück zum Thema 'Stadt der Zukunft'
Bad Oeynhausen -

Die Stadt der Zukunft war Thema bei der jüngsten Ausgabe des Bad Oeynhausener Unternehmerfrühstücks am letzten Donnerstag im Kaiserpalais. Rund 90 Vertreterinnen und Vertreter heimischer Unternehmen waren der Einladung der Wirtschaftsförderung gefolgt.
„Wir erleben bewegte Zeiten“, sagte Bürgermeister Lars Bökenkröger zur Begrüßung der Gäste im Oeynhausen-Saal des Kaiserpalais. „Die Corona-Krise ebbt mit dem Auslaufen der Schutzmaßnahmen ab und nun stellt uns der Krieg in der Ukraine vor neue Herausforderungen.“ Stadt und Unternehmen seien davon gleichzeitig betroffen. „Wir haben mit der Verwaltung viel zu organisieren bei der Aufnahme und Unterbringung der Flüchtlinge und sie als Unternehmer haben Probleme mit den Lieferketten und den Energiepreisen.“ Der Bürgermeister nutze das Unternehmerfrühstück auch, um den heimischen Unternehmen für ihre Unterstützung für Geflüchtete zu danken. An vielen Stellen werde wichtige Hilfe geleistet.
Als Referent für die jüngste Ausgabe des Unternehmerfrühstücks konnte der städtische Wirtschaftsförderer Patrick Zahn mit seinem Team den Zukunftsforscher Andreas Reiter vom ZTB Zukunftsbüro aus Wien gewinnen. In seinem Vortrag zur Stadt der Zukunft nahm er die heimischen Unternehmerinnen und Unternehmer mit auf eine Reise in die Zukunft. Konkret auf Städte wie Bad Oeynhausen bezogen sieht Reiter in der Digitalisierung eine der wichtigsten Aufgaben, aber auch eine große Chance. „Städte müssen sich zum Entfaltungsraum für Digital Natives entwickeln, also zu einem Ort in dem sich diejenigen wohl fühlen, die mit dem Smartphone groß geworden sind.“ Das sei die Gruppe der 18 bis 35-Jährigen, die für Kommunen wie Unternehmen gleichermaßen eine wichtige Zielgruppe sind. Diese jungen Qualifizierten gelte es anzuziehen und zu halten.
Arbeit und Freizeit und Stadt und Natur verschmelzen immer mehr. Gerade die junge Generation lebe das und daran müsse sich das Denken und das Planen für die Zukunft anpassen. Reiter nannte Beispiele aus den Niederlanden. In Rotterdam sei zum Beispiel ein Einkaufszentrum gebaut worden, in dessen oberen Geschossen Wohnungen drin sind. 15 Prozent der seien Luxuswohnungen und der Rest – typisch Niederlande – ganz normal erschwinglich. „Die Innenstadt wird in Zukunft mehr und mehr zum Epizentrum der Emotionen, an denen wir kollektive Rituale erleben.“ Der Einkauf in der Innenstadt sei in Zukunft ein ‚Ritual des Besonderen‘. Auch hier spiele wieder die junge Generation mit rein, denn der ökologische Aspekt wird in Zukunft ein wichtiger Faktor auch beim Shopping sein.
Umso wichtiger sei es, dass sich die Städte bewusst sind, dass sie es in der Hand haben, mit ihren Innenstädten Sehnsuchtsorte zu werden. „Vor allem Frauen suchen soziale Nähe, die man in solchen Sehnsuchtsorten finden kann.“ Für die Entwicklung der Innenstädte gelte da die Formel Acht – sie müssen für Achtjährige genauso attraktiv sein wie für Achtzigjährige. „Shopping spiele da auch weiterhin eine Rolle, aber eben nicht die Einzige.“
Bei all diesen Entwicklungschancen für die Zukunft müssten Unternehmen und Stadt bewusst sein, dass sie noch viel mehr gegenseitig voneinander abhängen als bisher. „Durch ein zukunftsweisendes Lebensumfeld und gute Rahmenbedingungen sind die Städte ein wichtiges Umfeld für Unternehmen und andererseits sind zukunftsorientierte Unternehmen ein wichtiger Magnet, der junge Menschen in der Stadt hält oder in die Stadt zieht. Städte und Unternehmen sind gut beraten, eine intelligente Komplizenschaft einzugehen, um die Zukunft gemeinsam zu gestalten.“
Mit Blick auf Bad Oeynhausen stellte er fest: „Sicher sei noch einiges zu tun, aber generell habe man in Bad Oeynhausen erkannt, dass man sich den Zukunftsthemen stellen müsse und einige Projekte, um die Stadt attraktiver zu gestalten, bereits auf den Weg gebracht.“
Das Unternehmerfrühstück wurde von der städtischen Wirtschaftsförderung 2013 initiiert und bietet eine Plattform zum Austausch zwischen Unternehmen und Stadt und zwischen Unternehmen untereinander. Es hat sich mittlerweile zu einer festen Größe entwickelt. Die nächste Ausgabe ist für den Herbst vorgesehen.
Quelle und Foto: Stadt Bad Oeynhausen
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