Wenn der Regen auf sich warten lässt - Klimaangepasst Handeln
Nordrhein-Westfalen -

Anhaltende Wärme, lange Trockenperioden und immer häufiger auftretende Hitzewellen stellen auch heimisches Grün vor große Herausforderungen. Die trockenen Böden und die hohen Temperaturen machen vielen Pflanzen zu schaffen und erhöhen gleichzeitig den Wasserbedarf beim Gießen. „Klimaanpassung beginnt vor der eigenen Haustür“, erklärt Cornelia Franke-Röthemeyer, Umweltberaterin in der Beratungsstelle Minden der Verbraucherzentrale NRW. Wer auf hitzeresistente und trockenheitsverträgliche Pflanzen setzt und bewusst gießt, schützt wertvolle Wasserressourcen und sorgt dafür, dass der Garten auch in heißen Sommern grün bleibt.“
Die richtige Pflanzenwahl
Viele heimische und mediterrane Stauden, Gehölze und Bäume kommen mit Trockenheit deutlich besser zurecht als wasserintensive Arten. Tiefwurzelnde Pflanzen erschließen Wasser aus tieferen Bodenschichten und benötigen nach dem Anwachsen oft deutlich weniger Bewässerung. Gleichzeitig bieten sie Lebensräume für Insekten und tragen zu einem angenehmen Mikroklima bei. Heimische Pflanzen wie die Apfel-Rose, das Adonisröschen, der Blut-Storchschnabel, der Eingriffelige Weißdorn oder der Scharfe Mauerpfeffer kommen gut mit Hitze und Trockenheit klar und sich besonders wertvoll für die Artenvielfalt.
Das richtige Gießen
Nach dem Motto: Selten, aber gründlich. Gartenbesitzer:innen sollten lieber ein- bis zweimal pro Woche durchdringend wässern als täglich kleine Mengen. So werden Pflanzen angeregt, tiefere Wurzeln zu bilden. Ob gegossen werden muss, lässt sich einfach prüfen: Die oberste Erdschicht vorsichtig zur Seite schieben. Ist der Boden darunter noch feucht, kann mit dem Gießen meist noch gewartet werden. Erst wenn auch die tieferen Zentimeter trocken sind, ist das Wässern sinnvoll. Auch der Zeitpunkt zählt: Wer nur morgens oder abends zur Gießkanne greift, begrenzt die Wasserverdunstung. Wenn möglich, sollte man zuvor Regenwasser in Tonnen oder Zisternen sammeln und dann zur Bewässerung verwenden. Zuerst gilt es Büsche, Sträucher und Bäume zu bewässern. Ein Rasen übersteht Trockenperioden in der Regel auch ohne Bewässerung und wird nach dem nächsten großen Regen von selbst wieder grün. So lässt sich das vorhandene Wasser gezielt dort einsetzen, wo es den größten Nutzen hat.
Was tun, wenn die Trinkwasser-Ampel in meiner Stadt oder Gemeinde auf Rot oder Gelb steht? Die für die gelben und roten Ampelphasen festgelegten „Regeln“ sind keine Verbote, sondern dringende Appelle. In diesen Zeiten ist es wichtig, den Garten bzw. Rasen nicht mit Trinkwasser zu bewässern, um den Wasserverbrauch zu senken. Alle Bürger*innen sind weiter aufgefordert, Trinkwasser zu sparen, um die Versorgungssicherheit sicher zu stellen.
Der richtige Boden
Ein geschützter Boden hält länger die Feuchtigkeit. Effektiv hilft hier eine Schicht aus Rindenmulch, Rasenschnitt oder Laub. Auch Bodendecker oder eine dicht stehende Bepflanzung beschatten die Erde, reduzieren die Verdunstung und helfen dabei, Wasser im Boden zu speichern. Humusreiche Böden speichern Wasser besser und geben es nach und nach an die Pflanzen ab. Der Humusgehalt lässt sich durch das Einarbeiten von Kompost einfach erhöhen. Und wer das Beikraut erst einmal duldet, hat im Dürresommer, wenn sonst kaum etwas blüht, noch ein paar gute Nahrungsquellen für Insekten.
Weiterführende Informationen:
Quelle: Verbraucherzentrale NRW e.V., Symbolfoto: Archiv
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