Wie man clever haushaltet
Minden -

„Wir alle spüren in unserem Alltag, dass das Leben teurer geworden ist und, dass wir uns auch nicht mehr alles leisten können“, so Bürgermeister Michael Jäcke in seinem Grußwort zur Veranstaltung Verbraucherforum 60+: Clever Haushalten im Martinihaus. Umso wichtiger sei es, dass der Seniorenbeirat das Thema aufgreife.
Die gute alte Einkaufsliste ist nach wie vor ein gutes Mittel um Geld zu sparen, betonte die Referentin Alexandra Borchard-Becker von der Verbraucher Initiative bei ihrem Vortrag „Lebensmittel: Tipps und Tricks zum Umgang mit steigenden Preisen“. Tipps, wie beim Einkauf Eigenmarken wählen, auf Sonderangebote achten, selber kochen anstatt Fertigprodukte kaufen und Leitungswasser trinken, schonen den Geldbeutel. Das machte die Ernährungsberaterin am Beispiel des Leitungswasser Trinkens deutlich.
Selbst, wenn das mit 0,13 Euro pro Liter günstigste Mineralwasser gekauft wird, kostet das bei einem Liter pro Tag rund 3,90 Euro im Monat und 46,80 Euro im Jahr. Mit Leitungswasser können dagegen 3,78 Euro im Monat und 45,36 Euro im Jahr gespart werden. Bei Marken-Mineralwässern wird der Unterschied noch größer. Hier bringt das Leitungswasser Einsparungen von rund 107 Euro bis 323 Euro im Jahr. Es ist außerdem ökologisch ausgesprochen vorteilhaft und das Wasserschleppen fällt weg.
Rund 70 Prozent der Energie im Haushalt wird für das Heizen verwendet. Weitere 15 Prozent entfallen auf die Warmwasserbereitung, etwa den gleichen Anteil verschlingen Haushalts- und Elektrogeräte, heißt es in der Broschüre „Clever haushalten“. Mit Energie sparsam umzugehen, macht sich daher im Portemonnaie deutlich bemerkbar.

Alexandra Borchard-Becker (Verbraucher Initiative), Heidemarie Bierbaum (Vorsitzende des Seniorenbeirates), Uwe Schreiner (Verbraucherzentrale NRW), Georg Abel (Verbraucher Initiative, Geschäftsführer), Andreas Vollmert (Verbraucher Initiative, Moderator).
Uwe Schreiner von der Verbraucherzentrale NRW erklärte wie mit ein paar Änderungen beim Heizverhalten Energie gespart und dadurch auch die Umwelt geschont werden kann. Der Ingenieur zeigte Maßnahmen auf, für die keine größeren Investitionen nötig sind: Stoßlüften statt dauerhaftes Lüften auf Kipp, Raumtemperatur um ein Grad absenken, Fenster und Türen abdichten und Heizköper entlüften. Zum Thema Strom- und Wassersparen gab er ebenfalls einfach umzusetzende Tipps. Für weiteren Beratungsbedarf verwies der Fachmann auf die hiesige Verbraucherzentrale. Ursula Thielemann, Leiterin der Beratungsstelle in Minden, hatte umfangreiches Infomaterial der Verbraucherzentrale Minden bei der Veranstaltung ausgelegt.
Alexandra Borchard-Becker ging in ihrem zweiten Vortrag noch auf den Punkt „Ausgaben: Clever wirtschaften“ ein. Die Einnahmen zu kennen und zu wissen, wo das Geld bleibt, ist die Basis für einen cleveren Umgang mit den eigenen Finanzen. Eine Aufstellung über Haben und Soll, beispielsweise in Form eines Haushaltsbuches, kann für den nötigen Überblick sorgen.
Georg Abel, Geschäftsführer der Verbraucher Initiative, betonte bei seinen Abschlussworten, das auch ältere Verbraucherinnen und Verbraucher gut informiert sein müssen, um als mündige Konsumentinnen und Konsumenten ihre Rechte und Möglichkeiten zu kennen. Besonders freute er sich über die vielen Fragen und Anregungen, die aus dem Publikum kamen und die Veranstaltung zu einem lebendigen und interessanten Vormittag gemacht haben.
Die Broschüre zur Themenstaffel „Clever haushalten“ und viele weitere Verbraucherinformation können auf der Internetseite www.verbraucher60plus.de heruntergeladen werden.
Heidemarie Bierbaum, Vorsitzende des Seniorenbeirates, nutzte die Gelegenheit, um auch auf das Thema Notfalldosen hinzuweisen. Ein solche Dose sollte im keinem Haushalt fehlen. In ihr werden wichtige Informationen über den persönlichen Gesundheitszustand hinterlegt. Die Infos erleichtern die Arbeit des Notfallteams bei einem häuslichen Rettungseinsatz. Eine Notfalldose konnten die Teilnehmenden kostenlos als Geschenk des Seniorenbeirates mitnehmen.


