BEA: Beraten - Ermutigen - Assistieren
Minden-Lübbecke -

"Beraten - Ermutigen - Assistieren“, das ist die Idee hinter dem Projekt rehapro BEA für Menschen mit psychischen und Abhängigkeitserkrankungen im Leistungsbezug (Arbeitslosengeld II).
Das Amt proArbeit – Jobcenter im Kreis Minden-Lübbecke setzt dieses Projekt jetzt gemeinsam mit den Jobcentern im Kreis Herford und im Kreis Höxter sowie dem Jobcenter der Stadt Bielefeld um.
„Für Menschen mit psychischen und Abhängigkeitserkrankungen ist die Vermittlung in Arbeit oft schwierig“, sagt Füsun Koch, Projektverantwortliche im Jobcenter des Kreises Minden-Lübbecke. „Auch wenn der oder die Betroffene grundsätzlich bereit ist, seine oder ihre gesundheitliche Situation zu verbessern, kann es schnell zu einer Überforderung und auch zu Ängsten kommen.“ Für die Arbeitsvermittler in den Jobcentern sei es oft nicht möglich, diesen Prozess alleine zu begleiten.
Hier kommt das Modellprojekt rehapro BEA zum Tragen, bei dem externe, sogenannte BEA-Begleitungen, eingebunden werden. Dies können zum Beispiel Selbsterfahrene, das heißt Personen, die selbst eine psychische oder Suchterkrankung erfolgreich überwunden haben, oder Personen aus Selbsthilfegruppen oder Betroffenenverbänden sein. „Wir wollen die gesundheitliche Stabilisierung unterstützen und damit auch die Erwerbsfähigkeit wiederherstellen“, sagt Koch. Dafür sei es wichtig, sich an der Lebenswelt der Teilnehmenden zu orientieren und geeignete Hilfsangebote, wie zum Beispiel ärztlich-therapeutische Netzwerke, aber auch andere individuelle Hilfesysteme, zu vermitteln.
Kreisweit können 67 Teilnehmer pro Jahr teilnehmen. Für die BEA-Begleitung sind mindestens 18 engagierte Selbsterfahrene erforderlich und werden gesucht. Alle BEA-Begleitungen werden für ihre Aufgabe in 5-tägigen Lehrgängen qualifiziert. Eine besondere berufliche Vorqualifikation ist nicht notwendig. „Für uns zählt die Kompetenz, auf Menschen zuzugehen und sie in ihrer Lebenssituation wertschätzend anzunehmen“, sagt Koch. Für das Projekt im Mühlenkreis sind vier speziell geschulte Kolleg*innen im Amt proArbeit – Jobcenter zuständig.
„Das Ziel in der Arbeitsvermittlung ist die arbeitsmarktorientierte Beratung und die Vermittlung in ein existenzsicherndes Beschäftigungsverhältnis. Trotz vielfältiger Unterstützer in den gesundheitlichen und sozialen Bereichen gelingt eine Vermittlung dieser Zielgruppe nur in Ausnahmefällen“, sagt Lars Jungfer, Leiter des Amtes proArbeit – Jobcenter im Kreis Minden-Lübbecke. Die Beratung dieser Zielgruppen außerhalb der Jobcenter und ein einfacher Zugang auf Augenhöhe könne zusätzlichen Druck vermeiden. Im Zusammenspiel zwischen den Teilnehmer*innen, BEA-Begleitungen und den Jobcentern solle Hilfe angeboten werden, die auf die jeweiligen Bedürfnisse und Wünsche der Erkrankten zugeschnitten ist.
Hintergrund des Projektes
Das Bundesprogramm "Innovative Wege zur Teilhabe am Arbeitsleben - rehapro" wird vom Bundesministerium für Arbeit und Soziales koordiniert und umgesetzt. Ziel des Bundesprogramms rehapro ist es, durch die Erprobung von innovativen Leistungen und organisatorischen Maßnahmen Erkenntnisse zu gewinnen, wie die Erwerbsfähigkeit von Menschen mit gesundheitlichen Beeinträchtigungen noch besser erhalten oder wiederhergestellt werden kann.
Entscheidende Elemente von rehapro BEA sind die Beratung in vertrauter Umgebung (Konzept der Lebensweltorientierung), die Kundenzentrierung im Prozess (Konzept der Ressourcenorientierung) sowie die Assistenz und Ermutigung bei der individuellen Zielerreichung.
Wer Interesse hat, dieses Projekt als BEA-Begleitung zu unterstützen, kann sich an Silke Meyer-Niemann (E-Mail: s.meyer-niemann@minden-luebbecke.de, Tel.: 05702/89181-0) wenden.
Weitere Informationen:
https://www.modellvorhaben-rehapro.de/DE/Home/home_node.html
(Text: Kreis Minden-Lübbecke, Foto: Archiv)
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