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Vortrag: 'Todesmärsche zur See' und die 'Cap Arcona - Katastrophe'

Porta Westfalica -

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Der Referent Reimer Möller, ehemaliger Leiter des Bereiches Forschung und Dokumentation der KZ-Gedenkstätte Neuengamme. Quelle: KZ-Gedenk- und Dokumentationsstätte Porta Westfalica e.V.

Am Dienstag, dem 14. April 2026 begrüßt die KZ-Gedenk- und Dokumentationsstätte Porta Westfalica den Historiker Reimer Möller zu seinem Vortrag „Todesmärsche zur See und die Cap Arcona-Katastrophe. Die Auflösung des KZ-Systems im Ostseeraum 1945“ im Bürgerhaus Porta Westfalica (Am Park 1, 32457 Porta Westfalica). Der Vortrag gibt einen Überblick über die Evakuierungen von KZ-Häftlingen auf dem Seeweg im Ostseeraum im April und Mai 1945 sowie über die Katastrophe der Cap Arcona. Beginn ist um 19 Uhr.

Thomas Lange, Geschäftsführer der Gedenkstätte, erläutert die Ausrichtung des Vortrags: „Wir freuen uns, dass wir mit Reimer Möller einen absoluten Experten für die Kriegsendverbrechen im Ostseeraum gewinnen konnten. Diese waren der Porta Westfalica näher, als man auf Anhieb vermutet. Die Geschichte des Hausberger Holocaust-Überlebenden Otto Windmüller ist beispielsweise eng mit der Räumung des KZ Stutthof über die Ostsee verknüpft und die Auflösung des KZ Neuengamme betraf auch ehemalige Gefangene der KZ-Außenlager in Porta Westfalica.“

Als die sowjetische Armee sich 1945 annäherte, wurde das KZ Stutthof bei Danzig evakuiert. Mehrere tausend Häftlinge wurden auf Weichselkähne verfrachtet, die über die Ostsee geschleppt wurden und schließlich in der Bucht von Neustadt oder bei Eckernförde strandeten oder nach Flensburg und Klintholm auf der Insel Møn in Dänemark gelangten. Am 3. Mai 1945, gerade als die alliierten Befreier in Neustadt in Holstein einmarschierten, versenkten Einheiten der Royal Air Force ohne Kenntnis der Häftlinge an Bord den deutschen Ozeandampfer Cap Arcona und den Frachter Thielbek, die in der Neustädter Bucht vor Anker lagen. Beide Schiffe waren „schwimmende Konzentrationslager“, die tausende von Häftlingen der Konzentrationslager Neuengamme und Auschwitz-Fürstengrube an Bord hatten. In der zweitgrößten Schiffskatastrophe der Geschichte kamen mehr als 6.000 jüdische und nichtjüdische Häftlinge ums Leben. Der Vortrag thematisiert die Verantwortlichkeit für diese Transporte, für die grauenhaften Bedingungen an Bord und für das Massaker am Strand von Pelzerhaken bei Neustadt sowie die Bemühungen um eine strafrechtliche Aufarbeitung und den schwierigen Weg zu einer angemessenen Gedenkkultur.

Reimer Möller war neben seiner umfangreichen Forschungstätigkeit als Historiker mit dem Schwerpunktgebiet Nationalsozialismus über 15 Jahre lang Leiter der Abteilung Dokumentation und Forschung der KZ-Gedenkstätte Neuengamme.

Der Vortrag ist Teil der Reihe „Verantwortung Erinnerung“, die zwischen April und Juni gemeinsam von Minden – Für Demokratie und Vielfalt e.V., der Fachstelle NRWeltoffen des Kreises Minden-Lübbecke, dem Verein für Kultur & Kommunikation e.V. (BÜZ), dem Mindener Geschichtsverein, der VHS Minden - Bad Oeynhausen und der KZ-Gedenk- und Dokumentationsstätte Porta Westfalica veranstaltet wird. Der Eintritt zum Vortrag ist frei. Spenden zugunsten der Gedenkstättenarbeit werden gerne entgegengenommen. 

Quelle: KZ-Gedenk- und Dokumentationsstätte Porta Westfalica e.V.

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